Wettbewerb "Experimentierräume nachhaltiger Stadtentwicklung. Ehemalige Carl-von-Ossietzky-Schule"

Visualisierung 1. Preis Realisierungsteil des Wettbewerbs (©hartlockstädtebau mit qla simon quindel und Molestina Architekten + Stadtplaner GmbH)

Die Stadt Wiesbaden hat am ehemaligen Standort der Carl-von-Ossietzky-Schule im Stadtteil Klarenthal den Experimentierraum „CarlO“ eingerichtet. An diesem sollen – wie an vier weiteren Standorten – die Wiesbadener Spielregeln der nachhaltigen Stadtentwicklung erprobt werden. Dabei steht die Entwicklung innovativer Ideen in den Themenfeldern „lebendige Stadt“, „klimaoptimiertes Stadtgrün“ und „neue Mobilität“ im Fokus.

Das etwa 3,4 Hektar große städtische Gelände ist durch das ehemalige Schulgebäude sowie weitläufige Grün- und Spielflächen geprägt. Es liegt inmitten einer typischen – nach Plänen von Ernst May errichteten – Großwohnsiedlung der 1960er Jahre.

Um die besten Ideen und Konzepte für das Gelände zu finden, hat die Stadt gemeinsam mit der Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaft GWW einen Realisierungswettbewerb durchgeführt. Dabei sind die Spielregeln der nachhaltigen Stadtentwicklung in die Auslobung eingeflossen und wurden auch im Siegerentwurf in weiten Teilen berücksichtigt. So soll ein stark durchgrüntes, möglichst autobefreites, lebendiges Quartier mit bezahlbarem Wohnraum und einer Nutzungsmischung mit Gemeinschaftsbereichen, Coworking-Angeboten, einem Quartierstreff und multicodierten Freiflächen entstehen.

Mit der Prämierung würdigt die GFB-Zukunftspreis-Jury, dass sich an der geplanten Entwicklung des ehemaligen Schulgeländes beispielhaft ablesen lasse, wie die Spielregeln nachhaltiger Stadtentwicklung in die Planungs- und Umsetzungsphase implementiert werden können. Darüber hinaus handelt es sich ein übertragbares Beispiel für den Umgang mit aus der Nutzung gefallener Bestandsinfrastruktur und der Fortentwicklung von Großsiedlungen der 1960er Jahre im Sinne der Innenentwicklung. Damit bietet das Projekt einen deutlich weiterreichenden, nachhaltigen Mehrwert zum in der Wettbewerbsrunde Februar 2024 bereits mit dem GFB-Zukunftspreis prämierten „Pop-up Prototyp zur Quartiersinteraktion“ im Kontext der Umnutzung der ehemaligen Carl-von-Ossietzky-Schule.

Das Projekt erhält in der Wettbewerbsrunde Oktober 2024 einen GFB-Zukunftspreis in Höhe von 5.000 Euro.